Wer zum ersten Mal Produkte auf Amazon verkauft, muss früh entscheiden: Verschicke ich Bestellungen selbst (FBM) oder übernimmt Amazon die Logistik (FBA)? Die richtige Antwort hängt nicht nur von der Produktgröße ab. Entscheidend sind dein Budget, die Nachfrage, deine verfügbare Zeit und vor allem die Marge.
Was bedeutet FBA?
FBA (Fulfillment by Amazon) heißt: Du sendest Ware an ein Amazon-Logistikzentrum. Amazon übernimmt für entsprechende Bestellungen unter anderem Lagerung, Verpackung, Versand und einen Teil des Kundenservice beziehungsweise der Retourenabwicklung.
Das kann besonders attraktiv sein, wenn du nebenberuflich verkaufst oder Bestellungen nicht jeden Tag selbst packen möchtest. Allerdings entstehen zusätzliche Kosten, etwa für Versand durch Amazon und Lagerung.
Was bedeutet FBM?
FBM (Fulfilled by Merchant) heißt: Du lagerst und verschickst die Ware selbst oder über einen eigenen Logistikpartner. Du kümmerst dich um die Versandprozesse und die damit verbundenen Servicepflichten.
FBM gibt dir mehr Kontrolle über Verpackung, Lagerbestand und bestimmte Versandkosten. Dafür brauchst du funktionierende Abläufe. Auch bei wenigen Bestellungen kostet jeder Versand Zeit.
FBA und FBM im Vergleich
| Kriterium | FBA | FBM |
|---|---|---|
| Lagerung | Bei Amazon | Bei dir oder deinem Dienstleister |
| Versand | Amazon übernimmt den Versand | Du organisierst den Versand |
| Eigener Zeitaufwand | Eher geringer im Tagesgeschäft | Abhängig vom Bestellvolumen |
| Kosten | FBA- und Lagergebühren | Verpackung, Porto, Arbeitszeit, Lager |
| Flexibilität | An Amazons Logistikregeln gebunden | Mehr direkte Kontrolle |
| Geeignet für | Standardisierte, gut laufende Artikel | Sperrige, spezielle oder langsam drehende Artikel |
Das sind Tendenzen, keine starren Regeln. Ein kleines Produkt kann trotz FBA-Gebühren weniger Gewinn bringen als mit FBM – und umgekehrt.
Entscheidend ist die Marge, nicht der Umsatz
Stell dir vor, dein Produkt wird für 29,90 € inklusive Umsatzsteuer verkauft. Der Verkaufspreis allein sagt noch nicht, wie viel dir bleibt.
Für eine belastbare Kalkulation brauchst du mindestens:
- Netto-Verkaufserlös und die auf dein Produkt anwendbare Umsatzsteuer;
- Einkaufspreis inklusive anteiliger Beschaffungs- und Importkosten;
- Amazons kategorieabhängige Verkaufsgebühr;
- FBA-Versand-, Lager- und gegebenenfalls weitere Logistikgebühren oder deine tatsächlichen FBM-Kosten;
- Werbekosten pro Bestellung, Retourenrisiko und weitere Betriebskosten.
Wichtig: Die Bemessungsgrundlage einzelner Amazon-Gebühren unterscheidet sich. Rechne nicht pauschal alle Provisionen als Prozentsatz vom Nettoverkaufspreis. Verwende die aktuellen Gebührenberichte und den offiziellen Einnahmenrechner für deine konkrete Kategorie, Maße und das Verkaufsland.
Wann empfehle ich FBA?
FBA solltest du prüfen, wenn du regelmäßig Bestellungen erwartest, deine Ware gut lager- und versendbar ist und du deine Zeit eher in Produktoptimierung und Marketing stecken möchtest. Bevor du große Mengen einsendest, teste die Nachfrage möglichst mit überschaubarem Bestand.
Wann kann FBM sinnvoller sein?
FBM lohnt einen genauen Blick, wenn du sperrige Artikel, geringe Stückzahlen, saisonale Produkte oder besondere Verpackungsanforderungen hast. Auch ein bestehendes Lager mit günstiger Versandabwicklung kann dafür sprechen.
Fünf Schritte für deine Entscheidung
- Wähle ein konkretes Produkt aus, nicht gleich dein ganzes Sortiment.
- Ermittle Produktmaße, Gewicht, Einkaufskosten und realistischen Verkaufspreis.
- Berechne die tatsächlichen FBA-Kosten im Amazon-Einnahmenrechner.
- Stelle deine vollständigen FBM-Kosten gegenüber – inklusive deiner Arbeitszeit.
- Berücksichtige Retouren, Werbekosten und mögliche Lagerbestandsrisiken.
Fazit
Die beste Versandart ist die, mit der du deine Bestellungen zuverlässig und profitabel abwickeln kannst. Einsteiger sollten klein testen und anhand echter Zahlen entscheiden. Mit steigender Nachfrage kann es sinnvoll sein, die Logistikstrategie erneut zu prüfen.
Wenn du dir bei deiner Kalkulation unsicher bist, unterstütze ich dich dabei, deine Produkte und Kosten strukturiert zu bewerten. Amazon-Beratung anfragen.
Quellen und weiterführende Informationen
Hinweis: Konditionen und Gebühren können sich ändern. Prüfe vor einer Entscheidung immer die für dein Verkäuferkonto gültigen aktuellen Werte.
